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Mittwoch, 21. August 2019

Bauteil Abdichtung - Grundlage

Erdberührte Bauteile müssen vielfältig abgedichtet werden. Diese Maßnahme zum Schutz von Bauwerken und Bauteilen gegen Einwirkung von Wasser und Feuchtigkeit ist notwendig, um diese haltbar zu gestalten. Eindringendes Wasser kann schwere Schäden nach sich ziehen. Diverse technische Regelwerke beschreiben die Arten der Ausführung von Abdichtungen.
  • Abdichtung gegen Bodenfeuchtigkeit (DIN 18 195-4);
  • Abdichtung gegen nichtdrückendes Wasser (DIN 18 195-5);
  • Abdichtung gegen drückendes Wasser (DIN 18195-6 und DIN 18195-7)
Abdichtungen müssen diversen Einflüssen Stand halten. Die wichtigsten sind Druck, Zug und Temperatur.


Bodenfeuchtigkeit

Feuchtigkeit, die aus dem Erdreich auf Kellerwände drückt, wird Bodenfeuchtigkeit genannt. Es werden unterschiedliche Bodenfeuchtigkeiten in der DIN 18195 benannt. Aufgrund der unterschiedlichen Bodenfeuchtigkeiten muss der Architekt die Abdichtung des Kellers planen. In der DIN werden unterschiedliche Arten des Wassereindringens und die Abdichtung gegen diese definiert.

Donnerstag, 15. Oktober 2015

Abzug beim Aufmaß von Bauleistungen VOB/C, DIN18350

Beim Aufmaß von Bauleistungen nach den Regeln jeweils im Abschnitt 5 – Abrechnung – in den gewerkebezogenen DIN in der VOB Teil C ist zu beachten, inwieweit Bauteile ab welcher Einzelgröße abzuziehen oder zu übermessen sind, und zwar differenziert bei Raum-, Flächen- und Längenmaßen. Maßgebend sind die DIN im Ergänzungsband 2015 zur VOB/C 2015 (Stand: August 2015) überwiegend für die Gewerke des Bauhauptgewerbes im Tief- und Hochbau (vorerst ausgenommen für den Bundesfernstraßenbau). Für die meisten Ausbaugewerke, beispielsweise für Fliesenarbeiten, Malerarbeiten, Tischlerarbeiten u. a. gelten die DIN in der VOB 2012 zum Stand: September 2012.
Bei den Gewerken des Bauhauptgewerbes (Rohbau) wie Mauerarbeiten, Betonarbeiten einschließlich bei Schalung, Putzarbeiten, Vorgehängte hinterlüftete Fassaden u. a. gelten folgende Regeln:
  • Bei Abrechnung nach Raummaß, z. B. bei Betonarbeiten, sind Öffnungen (auch raumhoch), Nischen, Kassetten u. a. sowie auch durchdringende und einbindende Bauteile (wenn sie über vorgegebene Betonierfugen abgegrenzt sind) über 0,5 m3 Einzelgröße abzuziehen sowie bis 0,5 m3 Einzelgröße zu übermessen, demgegenüber Schlitze, Kanäle, Profilierungen u. a. über 0,1 m3 je m Länge abzuziehen bzw. bis 0,1 m3 je m Länge zu übermessen.
  • Bei Abrechnung nach Flächenmaß sind Öffnungen (auch raumhoch) und Durchdringungen über 2,50 m2 Einzelgröße abzuziehen sowie bis 2,50 m2 Einzelgröße zu übermessen. Dabei gelten für die Maße der Öffnung die jeweils kleinsten Maße der Öffnung.
  • Bei Abrechnung nach Längenmaß sind Unterbrechungen über 1 m Einzellänge abzuziehen bzw. bis 1 m Einzellänge zu übermessen.
  • Bei Abrechnung nach Flächenmaß sind Unterbrechungen der Flächen durch stabförmige Bauteile, z. B. durch Fachwerksteile, Stützen, Vorlagen, über 30 cm Einzelbreite abzuziehen bzw. bis 30 cm zu übermessen.
Bei den Gewerken des Ausbaugewerbes (z. B. Fliesenarbeiten, Malerarbeiten u. a.) sind als Regeln zu beachten:
  • Bei Abrechnung nach Flächenmaß sind Aussparungen über 0,1 m2 Einzelgröße abzuziehen bzw. bis 0,1 m2 Einzelgröße zu übermessen.
  • Bei Abrechnung nach Längenmaß sind Unterbrechungen über 1 m Einzellänge abzuziehen bzw. bis 1 m Einzellänge zu übermessen.

Montag, 30. Juni 2014

Technische Regelwerke - Richtlinien, Leitfäden, Planungshilfen, Handbücher

Planung und Ausführung
 

LeitBrand
Brandschutzleitfaden für Gebäude des Bundes
LeitEnergie
Leitfaden Energiebedarfsausweise im Nichtwohnungsbau
LeitKaBau
Leitfaden "Kunst am Bau"
BFRGBestand
Baufachliche Richtlinien Gebäudebestand (BFR GBestand)
DokuRL BBR
Dokumentationsrichtlinie des BBR
RÜV
Richtlinie für die Überwachung der Verkehrssicherheit von baulichen Anlagen des Bundes RÜV
GHB
Geheimschutzhandbuch; siehe auch https://bmwi-sicherheitsforum.de
RPW2008
Richtlinien für Planungswettbewerbe RPW 2008
PlanhKS
Planungshilfe "Kalksandstein: Planung, Konstruktion, Ausführung"
BFRVerm
Baufachliche Richtlinien Vermessung
Kalksandstein Bauseminar 2010
Kalksandstein Bauseminar 2010, Aktuelle Entwicklungen und Fragestellungen des baulichen Schallschutzes, Kalksandstein-Außenwände und Details für Passivhäuser Stand der neuen Mauerwerksnorm DIN 1053
Sicherer Brandschutz mit Kalksandsteinwänden Anforderungen der EnEV 2009 – und die weitere Entwicklung der Energiestandards, Umwelt-Produktdeklaration nach ISO 14025
LeitNachB
Leitfaden Nachhaltiges Bauen
LeitNatBPlan
Leitfaden zur naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung in der Bauleitplanung
 
UBAG
Gesetz über die Errichtung eines Umweltbundesamtes
 

AH KMR
Arbeitshilfen "Kampfmittelräumung"
PH KanalSan
Planungshilfe "Kanalsanierung"
AHAbwasser
Arbeitshilfen "Abwasser"
ArbhKonMilLig
Arbeitshilfe zu den rechtlichen, planerischen und finanziellen Aspekten der Konversion militärischer Liegenschaften
BFRVerm
Baufachliche Richtlinien Vermessung
AHBoGwS
Arbeitshilfen "Boden- und Grundwasserschutz"
       

FK Huk EMVGeb
FK HuK - Elektromagnetische Verträglichkeit in Gebäuden
FK HuK TGAWett
FK HuK - Technische Gebäudeausrüstung bei Wettbewerben und Vorentwurfsplanungen
FK HuK SanChemInst
FK HuK - Sanierung chemischer Institute
FK HuK TechStanGeb
FK HuK - Technische Standards für Gebäude
FK HuK TrinkWEinspar
FK HuK - Trinkwassereinsparung in öffentlichen Gebäuden
FK HuK GebDat
FK HuK Gebäudedatei - Betriebstechnische Gebäudedatei
FK HuK GebDatKat
FK HuK - Gebäudedatei - Betriebstechnische Gebäudedatei / Merkmalkatalog
FK HuK BetrHTA
FK HuK - Betreiben Haustechnischer Anlagen
FK HuK LegVerm
FK HuK - Verminderung eines Legionella-Infektsrisikos durch technische Maßnahmen
FK HuK LAN
FK HuK - Lokale Netze (LAN)
FK HuK Geräte
FK HuK - Geräteausstattung zur Energie- und Medienerfassung
FK HuK GebKat
FK HuK - Gebäudedatei - Merkmalkatalog als Excel-Datei
MKLR
Kunststofflager-Richtlinie - MKLR (Fassung Juni 1996)
Merkblatt Bauprodukte
Merkblatt Zustimmung im Einzelfall für Bauprodukte und Bauarten
RWE
RWE-Bauhandbuch
LeitEngCont
Leitfaden Energieliefer-Contracting
FK HuK Energie Anl.
FK HuK -  Energiesparendes Bauen - Anlagentechnische Maßnahmen
FK HuK VergStrom
FK HuK - Hinweise zur Ausschreibung von Stromlieferungen
FK HuK Küchen
FK HuK - Planung und Bau von Küchen und Kantinen
PlanhDVEnergie
DV-gestütztes Energiemangement
LeitBImSch
Genehmigungsverfahren nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz - Leitfaden für Antragsteller
FK HuK ITBüro
FK HuK - Installationstechnische Mindestausstattung für Bürokommunikation

Montag, 26. Mai 2014

DIN 18205 Bedarfsplanung für die Berechnung des Sekundärbedarfes, der für die Erfüllung des Primärbedarfs erforderlich ist

Die DIN 18205 befasst sich mit der Bedarfsplanung im Bauwesen und beschreibt die „methodische Ermittlung der Bedürfnisse von Bauherrn und Nutzern, deren zielgerichtete Aufbereitung als Bedarf und dessen Umsetzung in bauliche Anforderungen“. In der DIN 18205 gibt es eine vorgegebene Gliederung für die einzelnen Aspekte der Bedarfsplanung. Sie stellt sogenannte Prüflisten zur Verfügung, die es ermöglichen, die Anforderungen nach ihrer Vollständigkeit zu kontrollieren. Es gibt diese Prüflisten in drei Varianten, die sich in ihrem Detaillierungsgrad unterscheiden
Bedarfsplanung
Bedarfsplanung kommt zur Anwendung, wenn bei einem Bauherren grundsätzlicher Bedarf für eine Investition besteht. Seine Vorgaben und Wünsche werden in qualitativer und quantitativer Form im sogenannten Nutzerbedarfprogramm festgehalten.
Definiert werden zum Beispiel:
  • Art und Anzahl der benötigten Flächen und Räume (Raumprogramm, Flächenbedarf in Abhängigkeit von der Funktion, notwendige Raumhöhen);
  • Qualität und Ausstattung (des Arbeitsplatzes, Beleuchtung, Geräte, Möblierung, Kommunikationssysteme);
  • Organisatorische und betriebliche Randbedingungen ( Transportwege, sonstige funktionale Bezeichnungen);
  • Technische und gesetzliche Randbedingungen (Strahlenbelastung, Schallschutz);
  • Finanzielle und terminliche Randbedingungen
Somit ist eine genaue Soll-Vorgabe geschaffen, die das Vorhaben ständig begleitet und an denen sich der Architekt bei der Entwurfsplanung wie auch der Facharbeiter orientieren kann. Die Vorgaben werden auch als Basis für Wettbewerbe eingesetzt.
Die Erstellung einer Bedarfsplanung ist nicht durch die Grundlagenermittlung nach HOAI abgedeckt und sollte deshalb vom Auftraggeber selbst dokumentiert werden. Schwierigkeiten bereiten oftmals die fehlende Kompetenz und deshalb sollte das am besten mit Hilfe eines Fachmannes geschehen.

Montag, 25. November 2013

7 Hoch-Effiziente Dämmtipps für Hausbesitzer ENEV

Im Zusammenhang mit Energieeffizienz im Gebäude fällt häufig zuerst der Begriff „Dämmung“. Leider gibt es jedoch noch eine Reihe von Vorurteilen gegen über der beliebtesten Effizienz
maß nahme: Dämmen verschandle die Fassade, verursacht Schimmel und kostet viel Geld. Der nachfolgende Leitfaden gibt Ihnen einige Tipps, wie Sie schon mit kleinen Maßnahmen zu geringen Kosten große Energiespar­ effekte erzielen und den Wohlfühl faktor im eigenen Haus erhöhen können.


1 | Die obere Geschoss Decke:

Die Dämmung der oberen Geschoßdecke ist die effizienteste Energiesparmaßnahme schlechthin. Der Gesetzgeber schreibt vor, dass dieses Bauteil bis Ende 2011 mit mindestens 16 cm her­ kömmlichen Dämmstoffes gedämmt werden muss. Auch mit geringen finanziellen Mitteln kann man die Wärmeverluste dieses Bauteils um den Faktor 20 verringern. Die Kosten für eine „nicht begehbare“ Dämmung betragen ca. 10, € pro m² (Handwerkerpreis incl. Steuer).
Pro Jahr können pro m² Deckenfläche bis zu 12, € Heizkosten eingespart werden. Wählt man die doppelte Dämmstärke, fallen Hand werkerkosten von 18, € pro m² an. Die jährliche Einsparung beträgt bis zu 15, € pro m². Auf längere Sicht ist dies die sinnvollste Dämmdicke. Amortisationszeit der Maßnahme: zwischen 1 und 4 Jahren


2 | Die Dachbodenklappe (Einschubtreppe):

In vielen Häusern findet man zwischen dem warmen Innenraum und dem kalten Dachboden geradezu ein „schwarzes (Kälte)Loch“. Die Dachbodenklappe besteht gerade einmal aus einer 1 cm dicken Holzplatte! An dieser Stelle treten zudem Zugerscheinungen auf, die mit sehr hohen Wärmeverlusten verbunden sind. Dieses Bauteil kann leicht in Eigenleistung ge­
dämmt werden. Da große Dämmdicken nicht möglich sind, empfiehlt sich der Einbau hoch wirksamer Phenolharz oder PIR Platten. Deren Dämmwirkung ist fast doppelt so gut, wie die des bekannten Polystyrols (Styropor). Abhilfe gegen die Wärmeverluste durch die undichte Fuge schafft eine einfache Gummilippendichtung zwischen Bodenklappe und Laibung.
Amortisationszeit der Maßnahme: zwischen 2 und 4 Jahren


3 | Rollladenkästen: Querschnitt:

Die schwächste Stelle in der Außenwand sind Rollladenkästen. Das warme „Innen“ wird nur durch eine 4 mm dicke Sperrholzplatte vom kalten „Außen“ getrennt. Pro Rollladenkasten beträgt die Wärmeverlustfläche ungefähr 1 m². Da ein normales Haus etwa 10 Fenster hat, bezahlt der Besitzer die extrem hohen Verluste von etwa 10 m² Fläche! Auch hier sind mangels Platz hoch dämmende Phenolharz oder PIR Dämmplatten empfehlenswert. Auf fugenfreie Verarbeitung ist zu achten, damit keine kalte Außenluft nach innen und warme Raumluft nach außen gelangen kann. – Tipp: Fugen mit dauerelastischem Acryl – Dichtstoff abdichten! – Dieses Dämmdetail ist mit flexiblen Matten nicht sicher ausführbar. Amortisationszeit der Maßnahme bei Eigenleistung: 1 Jahr


4 | Kerndämmung Zweischaliger Mauerwerke: Querschnitt:

In Norddeutschland (HH, HB, S H, NS, MV, NRW, B) ist die „zweischalige“ Außenwand die vorherrschende Bauweise. Die Dämmwirkung der Hohlschicht zwischen Innen und Außen wand kann durch die vollständige Füllung mit geeigneten Kerndämmstoffen um den Faktor 35 verbessert werden. Bei einem „normalen“ Einfamilienhaus fallen für diese Maßnahme
Kosten von etwa 3.000 € an. Damit werden die Forderungen der EnEV (Energie Einspar Verordnung) unabhängig von der Dicke der Dämmschicht erfüllt. Amortisationszeit der Maßnahme: zwischen 5 und 7 Jahren




5 | Dämmung der Holzbalken Decke (zum Dachboden hin) durch Einblas-Dämmung:

Viele begehbaren Kehlbalkenlagen (Decke zwischen Obergeschoß und Spitzboden) sind hohl oder nur teilweise mi Asche, Lehm oder Schlacke gefüllt. Wird eine „hohle“ Decke nur von oben gedämmt, ist die Dämmung wirkungslos! Die Hohlräume lassen sich allerdings leicht mit Einblasdämmstoffen füllen. Damit wird die Dämmwirkung der Decke dreimal so
gut wie vorher. Diese Maßnahme kostet etwa 15, € pro m² und amortisiert sich innerhalb 5 bis 7 Jahren.






6 | Dämmung der Keller Decke von unten:

Über nicht oder nur schlecht gedämmte Hei­ zungsrohre im Keller entweicht sehr viel kostbare Wärme, je nach Länge der Leitungen bis zu 10% des gesamten Wärmebedarfs. Sie wirken wie ein Heizkörper dort, wo gar keine Wärme gebraucht wird. Im Rahmen der Energie Einspar Verordnung (EnEV) schreibt der Gesetzgeber vor, dass die Heizungsleitungen in unbeheizten Räumen bis zum 31.12.2011 gedämmt werden müssen. Das kann leicht in Eigenleistung geschehen. Besonders einfach ist die Rohrdämmung dann, wenn auch die Kellerdecke gedämmt wird. Dann kann man mit den Dämmstoffplatten einen geschlossenen Kasten um die Rohre bauen und den entstehenden Hohlraum mit Dämmstoff füllen.


7 | Dämmung Der Heizungs-Rohrleitungen im Keller:

Kalte Füße und Zugerscheinungen im Fußboden­bereich zeugen von hohen Wärmeverlusten durch den Fußboden des Erdgeschosses. Kalte Füße müssen nicht sein! Mindestens 8 cm dicke Dämmplatten, die von unten an die Kellerdecke geklebt werden, sind ein wirksames Mittel dagegen. Um auch hier eine möglichst gute Dämmwirkung zu erzielen, sollten nur die besten Plattendämmstoffe, Phenolharz oder PIR eingesetzt werden.


Finanzierungstipp:

Alle Maßnahmen können von der staatlichen KfW Bank gefördert werden. Anträge sind bei der jeweiligen Hausbank erhältlich.


Freitag, 26. April 2013

Haus am Weinberg bei Stuttgart von UN Studio

Ebenso überraschend wie der Entwurf für dieses einzigartige Gebäude von UN Studio ist der Standort. Die sehr extrovertierte Villa steht inmitten eines gutbürgerlich urbanen Stadtteils voller unscheinbarer Einfamilienhäuser.
Obwohl die Bilder anderes suggerieren, steht das Gebäude gänzlich unspektakulär von der Straße zurückgesetzt in einer gutbürgerlichen Gegend, die mit »Architekturkultur« erkennbar nichts zu tun haben will mit ihren mehr als 600 Quadratmetern Wohnfläche für zwei Personen.

Die präzise Erfahrung aller Beteiligten spiegelt sich in der Orientierung des Hauses wieder, die auf den ersten Blick nicht logisch erscheint. So öffnen sich tatsächlich die großen zweigeschossigen Fensterformate zum Hang hin. Sie ermöglichen damit eine Aussicht, die zwar spätestens – an der von einer Hecke begrenzten – Grundstückfläche endet, pointieren aber dafür mit Ihrer Nord-West-Orientierung den abendlichen Sonnenuntergang und den Blick in einen sehr gepflegten Garten. Nur so kann sich der Eigentümer trotz der großzügig verglasten Fassaden die gewünschte Privatheit erhalten.
Zentrales Element ist eine skulpturale Treppenanlage, die sich in einer leichten, aber raumgreifenden drehenden Geste nach oben windet. Sie beginnt auf dem in den Hang geschobenen Eingangsgeschoss und führt den Besucher mit genauestens geplanten Richtungswechseln durch das Gebäude. Die jeweils letzte Treppenstufe entlässt den Besucher dorthin, wo dieser neben der besten Aussicht auch das beeindruckenste Raumerlebnis erlebt. Die Villa ist ein Meisterwerk an inszenatorischer Komposition. Dageben bleibt die Möblierung spärlich und zurückhaltend. Der großzügige und freie Raum einer 620 Quadratmeter großen Villa wird als der wahre Luxus gefeiert.

Alle privaten Wohnräume wurden entsprechend ihrer Nutzung dem Tagesablauf eines Unternehmerpaares und dem dazu passenden Sonnenstand angepasst. Zwar ist den Plänen zu entnehmen, dass das großzügig angelegte Schlafzimmer Privatheit bieten soll, aber vor Ort ist davon nichts zu sehen. Riesige Fenster nach Osten lassen wie gewünscht die Morgensonne herein, bieten aber den vielen, entlang dem benachbarten Weinberg flanierenden Spaziergängern exklusive Einblicke.
Die tragende Betonkonstruktion der Außenwände mit Aufzugsschacht und zwei Stützen wurde auf ein Minimum reduziert. Das Resultat waren große freitragende Spannweiten, die die Auflösung und stützenfreie Verglasung aller vier Gebäudeecken ermöglichen. Ben van Berkel sagt, dass er alle am Bau beteiligen Disziplinen sehr frühzeitig am Entwurf beteiligt, um mit deren konstruktiven Einflüssen zu spielen. Das oberste Stockwerk scheint im Wesentlichen zu schweben. Die bereits erwähnte, zum Hang orientierte, zweigeschossige Verglasung lässt sich über Eck öffnen und verwischt so die Grenzen zwischen Innen- und Außenraum.

Die offensichtliche Leichtigkeit und Schwerelosigkeit des Entwurfs spiegelt sich auch im Lichtkonzept wieder. Die großen Glasflächen lassen das Tageslicht tief in den Innenraum mit seiner zurückhaltenden Materialität und den Oberflächen aus Eiche, Naturstein und gespachtelten Wänden. In den Abendstunden inszeniert eine aufwändige Beleuchtung den skulpturalen Gestus der Villa und damit das Selbstbewusstsein eines wirtschaftlich sehr erfolgreichen Unternehmerpaares.
So »durchschaubar« die Villa im wahrsten Sinn des Wortes ist, so überraschend intim bleibt ein Raum, der dem »Männervergnügen« oder, wie es die Architekten ausdrücken, der männlichen Geselligkeit gewidmet ist. Schon diese Wortwahl bereitet auf den schockierenden Kontrast zwischen der weißen Villa und dem in dunkelsten Tönen gehaltenen Trophäenraum vor, der, wie man den Plänen entnehmen darf, eigentlich neutral »Mehrzweckraum« heißt. In der Belle Etage, zur Straße hin orientiert, wird durch den weitest gehenden Verzicht auf Fensterflächen jede Einsichtnahme verwehrt. An diesem mit Intarsien geschmückten, etwas sehr rustikal daher kommenden, dunklen Ort stehen stumm die Individuen, die dem Herrn des Hauses und seiner Jagdleidenschaft begegnet sind. Hier reibt sich der geneigte Kritiker vor Verwunderung die Augen und schließt sich deren beredter Sprachlosigkeit an.