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Mittwoch, 3. Juni 2015

Fußböden effizient dämmen

Detaillierte Planung ist wichtig
Fühlen Sie sich nicht in der Lage selbst zu entscheiden, welche Art der Dämmung für Sie in Frage kommt, lassen Sie sich einen Energieberater kommen. Die Bundesstelle für Energieeffizienz hilft an dieser Stelle weiter.

Exemplarischer Aufbau einer Fußbodendämmung

Die Dämmschicht wird auf dem tragenden Boden, meist einer Betondecke aufgebracht. Optional kann unter der Dämmung noch eine zusätzliche Trittschalldämmung verlegt werden. Dies ist nicht nur in Mehrfamilienhäusern dringend angeraten.
Als Dämmung kommen verschieden Stoffe in Frage. Auswahlkriterien sind die zur Verfügung stehende Aufbauhöhe, das Budget und die Wärmeleitzahl. Außerdem sollten Sie im Hinterkopf behalten, ob mit der Dämmung eventuelle Niveauunterschiede entstehen oder ausgeglichen werden.
In den meisten Fällen gilt: Je dünner der Dämmstoff bei gleichbleibender Dämmleistung, umso teurer.  Ist der Raum besonders niedrig und es steht de facto keine Aufbauhöhe zur Verfügung, sollte in Betracht gezogen werden den Raum von unten zu dämmen. Für Einfamilienhäuser ist dies meist die Kellerdecke.
Als Material stehen vor allem Schaumplatten zur Wahl. Diese können aus Polyurethan oder Polystyrol bestehen und können bedenkenlos unter Estrich verlegt werden. Neuerdings kommen auch Vakuumpaneele zum Einsatz. Diese überzeugen vor allem durch eine extrem geringe Aufbauhöhe.  Nun kann eine Fußbodenheizung aufgebracht werden. Über einer Trennschicht wird dann der Estrich schwimmend vergossen. Somit bestehen keine Verbindungen zur Gebäudewand, die Wärme, Kälte oder Schall weiterleiten könnte.

Sonderformen

Für alte Gebäude, die unter Denkmalschutz stehen oder auch für Fachwerkhäuser gibt es besondere Anforderungen an die Wärmedämmung. Hier kommen auch andere Materialien zum Einsatz, wie etwa Mineralwolle, Zellulose, Holzfaserdämmstoffe, oder Schüttung wie Perlite, Fibutherm und Blähton. Für spezielle Fragen sollten Sie sich in jedem Fall an einen Baustoff-Fachhändler wenden.

Montag, 25. November 2013

7 Hoch-Effiziente Dämmtipps für Hausbesitzer ENEV

Im Zusammenhang mit Energieeffizienz im Gebäude fällt häufig zuerst der Begriff „Dämmung“. Leider gibt es jedoch noch eine Reihe von Vorurteilen gegen über der beliebtesten Effizienz
maß nahme: Dämmen verschandle die Fassade, verursacht Schimmel und kostet viel Geld. Der nachfolgende Leitfaden gibt Ihnen einige Tipps, wie Sie schon mit kleinen Maßnahmen zu geringen Kosten große Energiespar­ effekte erzielen und den Wohlfühl faktor im eigenen Haus erhöhen können.


1 | Die obere Geschoss Decke:

Die Dämmung der oberen Geschoßdecke ist die effizienteste Energiesparmaßnahme schlechthin. Der Gesetzgeber schreibt vor, dass dieses Bauteil bis Ende 2011 mit mindestens 16 cm her­ kömmlichen Dämmstoffes gedämmt werden muss. Auch mit geringen finanziellen Mitteln kann man die Wärmeverluste dieses Bauteils um den Faktor 20 verringern. Die Kosten für eine „nicht begehbare“ Dämmung betragen ca. 10, € pro m² (Handwerkerpreis incl. Steuer).
Pro Jahr können pro m² Deckenfläche bis zu 12, € Heizkosten eingespart werden. Wählt man die doppelte Dämmstärke, fallen Hand werkerkosten von 18, € pro m² an. Die jährliche Einsparung beträgt bis zu 15, € pro m². Auf längere Sicht ist dies die sinnvollste Dämmdicke. Amortisationszeit der Maßnahme: zwischen 1 und 4 Jahren


2 | Die Dachbodenklappe (Einschubtreppe):

In vielen Häusern findet man zwischen dem warmen Innenraum und dem kalten Dachboden geradezu ein „schwarzes (Kälte)Loch“. Die Dachbodenklappe besteht gerade einmal aus einer 1 cm dicken Holzplatte! An dieser Stelle treten zudem Zugerscheinungen auf, die mit sehr hohen Wärmeverlusten verbunden sind. Dieses Bauteil kann leicht in Eigenleistung ge­
dämmt werden. Da große Dämmdicken nicht möglich sind, empfiehlt sich der Einbau hoch wirksamer Phenolharz oder PIR Platten. Deren Dämmwirkung ist fast doppelt so gut, wie die des bekannten Polystyrols (Styropor). Abhilfe gegen die Wärmeverluste durch die undichte Fuge schafft eine einfache Gummilippendichtung zwischen Bodenklappe und Laibung.
Amortisationszeit der Maßnahme: zwischen 2 und 4 Jahren


3 | Rollladenkästen: Querschnitt:

Die schwächste Stelle in der Außenwand sind Rollladenkästen. Das warme „Innen“ wird nur durch eine 4 mm dicke Sperrholzplatte vom kalten „Außen“ getrennt. Pro Rollladenkasten beträgt die Wärmeverlustfläche ungefähr 1 m². Da ein normales Haus etwa 10 Fenster hat, bezahlt der Besitzer die extrem hohen Verluste von etwa 10 m² Fläche! Auch hier sind mangels Platz hoch dämmende Phenolharz oder PIR Dämmplatten empfehlenswert. Auf fugenfreie Verarbeitung ist zu achten, damit keine kalte Außenluft nach innen und warme Raumluft nach außen gelangen kann. – Tipp: Fugen mit dauerelastischem Acryl – Dichtstoff abdichten! – Dieses Dämmdetail ist mit flexiblen Matten nicht sicher ausführbar. Amortisationszeit der Maßnahme bei Eigenleistung: 1 Jahr


4 | Kerndämmung Zweischaliger Mauerwerke: Querschnitt:

In Norddeutschland (HH, HB, S H, NS, MV, NRW, B) ist die „zweischalige“ Außenwand die vorherrschende Bauweise. Die Dämmwirkung der Hohlschicht zwischen Innen und Außen wand kann durch die vollständige Füllung mit geeigneten Kerndämmstoffen um den Faktor 35 verbessert werden. Bei einem „normalen“ Einfamilienhaus fallen für diese Maßnahme
Kosten von etwa 3.000 € an. Damit werden die Forderungen der EnEV (Energie Einspar Verordnung) unabhängig von der Dicke der Dämmschicht erfüllt. Amortisationszeit der Maßnahme: zwischen 5 und 7 Jahren




5 | Dämmung der Holzbalken Decke (zum Dachboden hin) durch Einblas-Dämmung:

Viele begehbaren Kehlbalkenlagen (Decke zwischen Obergeschoß und Spitzboden) sind hohl oder nur teilweise mi Asche, Lehm oder Schlacke gefüllt. Wird eine „hohle“ Decke nur von oben gedämmt, ist die Dämmung wirkungslos! Die Hohlräume lassen sich allerdings leicht mit Einblasdämmstoffen füllen. Damit wird die Dämmwirkung der Decke dreimal so
gut wie vorher. Diese Maßnahme kostet etwa 15, € pro m² und amortisiert sich innerhalb 5 bis 7 Jahren.






6 | Dämmung der Keller Decke von unten:

Über nicht oder nur schlecht gedämmte Hei­ zungsrohre im Keller entweicht sehr viel kostbare Wärme, je nach Länge der Leitungen bis zu 10% des gesamten Wärmebedarfs. Sie wirken wie ein Heizkörper dort, wo gar keine Wärme gebraucht wird. Im Rahmen der Energie Einspar Verordnung (EnEV) schreibt der Gesetzgeber vor, dass die Heizungsleitungen in unbeheizten Räumen bis zum 31.12.2011 gedämmt werden müssen. Das kann leicht in Eigenleistung geschehen. Besonders einfach ist die Rohrdämmung dann, wenn auch die Kellerdecke gedämmt wird. Dann kann man mit den Dämmstoffplatten einen geschlossenen Kasten um die Rohre bauen und den entstehenden Hohlraum mit Dämmstoff füllen.


7 | Dämmung Der Heizungs-Rohrleitungen im Keller:

Kalte Füße und Zugerscheinungen im Fußboden­bereich zeugen von hohen Wärmeverlusten durch den Fußboden des Erdgeschosses. Kalte Füße müssen nicht sein! Mindestens 8 cm dicke Dämmplatten, die von unten an die Kellerdecke geklebt werden, sind ein wirksames Mittel dagegen. Um auch hier eine möglichst gute Dämmwirkung zu erzielen, sollten nur die besten Plattendämmstoffe, Phenolharz oder PIR eingesetzt werden.


Finanzierungstipp:

Alle Maßnahmen können von der staatlichen KfW Bank gefördert werden. Anträge sind bei der jeweiligen Hausbank erhältlich.


Dämmtip Dachschräge - Nachträgliche Wärmedämung - Sanierung

Der Effekt

  • Energiekosten einsparen
  • CO2-Ausstoß senken
  • Warme Räume im Winter
  • Kühle Räume im Sommer
  • Amortisationszeit: 6 Jahre

Bestandsbeschreibung


 
 
Viele ältere Gebäude haben ausgebaute Dachgeschosse, bei denen die Dachschräge ungedämmt ist. Hinter der Innenraumbekleidung befindet sich ein ungedämmter Sparrenraum von 12 bis 14 cm, danach die Dachbekleidung.
Wegen der nur mangelhaften Dämmwirkung einer solchen Konstruktion (U-Wert bei Spalierholz ca. 2,3 W/m2K) sind die Wärmeverluste im Winter sehr hoch. Im Sommer dagegen heizen sich die von der Dachschräge begrenzten Räume so stark auf, dass der Wohnkomfort erheblich eingeschränkt ist.
Die Energieeinsparverordnung (EnEV) sieht für die Dämmung einen U-Wert von 0,3 W/m2K vor. Die Anforderung gilt aber auch als erfüllt, wenn die nach den Regeln der Technik höchstmögliche Dämmschicht eingebaut wird. Der nachträgliche Einbau von Dämmplatten oder -matten von der Kehlbalkenlage her ist nicht durchführbar!
Auch das Verfüllen mit Schüttdämmstoffen oder Schäumen entspricht nicht den technischen Regeln und führt zu Bauschäden, die hohe Kosten zur Folge haben können (die Dachbekleidung wird durch Wassereinfluss und „Frostfraß“ von unten zerstört).

Sanierung


Variante 1: Im Zuge einer Erneuerung der Dacheindeckung werden die Sparren nach außen aufgedoppelt, der Sparrenraum gedämmt, ein wasserführendes Unterdach installiert und das Dach neu eingedeckt. Diese Lösung ist zwar perfekt, jedoch wegen des erheblichen Aufwandes mit sehr hohen Kosten verbunden (es muss ein komplett neues Dach erstellt werden).
Variante 2: Beim Dämmsack-Verfahren wird von Fachfirmen ein vorkonfektionierter Folienschlauch (auf der Innenseite Dampfbremse, auf der Außenseite eine diffusionsoffene, reißfeste Unterdeckbahn) in den Hohlraum eingeschoben. Dann wird dieser Schlauch mit Luft dem Sparrenquerschnitt angepasst und mit Zellulose-Dämmstoff verfüllt. Dabei legt er sich sehr sauber und fugenfrei an die alten Sparren an. Auch am Fußpunkt schmiegt sich der dort verschlossene Folienschlauch der vorhandenen Schalung an. Durch ein Abstandsholz unter den Dachlatten wird ein notwendige Querlüftung gewährleistet. Das hier beschriebene Verfahren ist das zur Zeit einzige, welches das Problem „Nachträgliche Dämmung der ausgebauten Dachschräge“ wirtschaftlich und technisch einwandfrei löst.
Sollte später das Dach doch einmal neu gedeckt werden, kann die im Sparrenzwischenraum befindliche Dämmung verbleiben und wird nur nach außen ergänzt.

Donnerstag, 21. April 2011

ISOVER Mineralwolle mit G3 touch – Sanft, stark, gelb

Jetzt lieferbar: ISOVER Mineralwolle mit G3 touch – Sanft, stark, gelb

Seit April hat die Mineralwolle mit G3 touch Eigenschaften das komplette bisherige ISOVER Glaswolle-Sortiment in allen Wärmeleitfähigkeitsgruppen abgelöst.   Damit bieten Sie Ihren Kunden die von ISOVER gewohnt hervorragende mechanische Qualität mit zusätzlichen Verbesserungen.

G3 touch, das ist ausgezeichnete Qualität, gut für die Umwelt und sanft zum Verarbeiter: G3 touch ist der neue ISOVER Qualitätsstandard für Mineralwolle. G3 touch Mineralwolle mit optimierter Bindemittelrezeptur ist nicht nur technisch hochwertig und bietet die gewohnt sichere Klemmwirkung. Sie ist auch deutlich softer als unsere bisherige Glaswolle und damit angenehmer in der Verarbeitung. Weicher beim Anfassen und geruchsverbessert – G3 touch bedeutet herausragenden Komfort und überzeugenden Schutz von Mensch und Umwelt – sowie Topqualität.

Damit die Einführung unkompliziert verläuft behalten die bisherigen Produktnamen und Artikelnummern weiterhin ihre Gültigkeit. Die Auslieferung der G3 touch Mineralwolle erfolgt sukzessive nach Abverkauf der bisherigen ISOVER Glaswolle. Die verbesserte ISOVER Mineralwolle ist weiterhin gelb und am grünen G3 touch Signet auf der Verpackung zu erkennen. Die aktuellen Preislisten behalten ebenfalls ihre Gültigkeit.

In der Umstellungsphase kann es zu Mischlieferungen kommen, die aufgrund der gleichbleibenden mechanischen Qualität durch Ihre Kunden problemlos zusammen verarbeitet werden können. Eine Rücknahme von Produkten der bisherigen ISOVER Glaswolle wird daher nicht erfolgen.

Ausführliche Informationen zu G3 touch Mineralwolle von ISOVER finden Sie im Internet unter 

Freitag, 21. Januar 2011

Grundsätze bei der Planung einer Dachbegrünung

Grundsätze bei der Planung einer Dachbegrünung

Dass eine Dachbegrünung u.a. die Lebensdauer von Dachabdichtungen nachhaltig erhöhen, ist allgemeiner Wissensstand. Um sie über viele Jahrzehnte schadensfrei zu erhalten sind einige Grundsätze zu beachten:
  1. Fachgerechte Ausführung der Dachabdichtung nach den Flachdach-Richtlinien
  2. Fachgerechte Ausführung der Dachbegrünung nach den FLL-Richtlinien
  3. Fachgerechte Pflege der Dachbegrünung nach den FLL-Richtlinien und den Empfehlungen von FBB/ZVDH/BGL
Im Folgenden sollen die wichtigsten Planungspunkte kurz an- und ausgeführt werden.

Wurzelschutz
  1. Die Dachabdichtung bzw. die Wurzelschutzbahn muss das FLL-Prüfverfahren auf Durchwurzelungsfestigkeit ohne Beanstandungen erfolgreich absolviert haben. Dabei wird in einem von der FLL (Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau) vorgegebenen zwei- oder vierjährigen Untersuchungsverfahren die Wurzelfestigkeit und ggf. Rhizomfestigkeit überprüft und ein Untersuchungsbericht angefertigt.
  2. Der Wurzelschutz muss je nach Dachneigung 5-10 cm im Randbereich über die Oberfläche des Substrats hinausgezogen, wegen der Gefahr der Hinterwurzelung fixiert und vor mechanischer Beschädigung und UV-Strahlung geschützt werden.
  3. Begrünte Dachflächen sollten vollflächig mit Wurzelschutz unterlegt werden, d.h. auch die Bereiche, die nicht direkt begrünt sind ( wie z.B. Kiesrand, Terrasse). Denn bei fehlender bzw. mangelhafter Pflege können sich auch bei vormals unbegrünten Teilflächen Pflanzen spontan ansiedeln.
  4. Nur erfahrene und qualifizierte Fachfirmen sollten diese Arbeiten durchführen.
Zusätzliche Flächenlast

Extensivbegrünungen wiegen in der Regel 80–170 kg/m², bei „Leichtdachbegrünungen“ sogar nur etwa 50 kg/m². Die intensive Dachbegrünung hat eine Flächenlast ab ca. 300 kg/m². Die Angaben beziehen sich auf den wassergesättigten Zustand mit Vegetation. Die Schneelast ist gesondert zu berechnen.
Dachneigung

Eine Dachbegrünung ist ohne größere Probleme bei Dachneigungen von 0° bis etwa 30° zu bauen und zu pflegen. Erfahrene Systemanbieter und Fachfirmen errichten in Sonderfällen auch Steildächer von 45°-90° (Tonnendächer). Dächer mit einem Gefälle unter 2 % stellen nach den Flachdachrichtlinien Sonderkonstruktionen dar, wodurch erhöhte Anforderungen an die Dachabdichtung gestellt werden. Bei der intensiven Dachbegrünung sind aufgrund des gewünschten Wasserrückhaltes 0°-Dächer erwünscht, bei der extensiven Dachbegrünung sind eher Dächer mit Gefälle zu empfehlen.
Windsoglast/Verwehsicherheit

Bei losen verlegten Dachabdichtungen sind Mindestgewichte zur Sicherung der Abdichtung gegen Abheben zu beachten. Vor allem Eck- und Randbereiche sind besonders betroffen.
Ist die Abdichtung mechanisch fixiert und ist somit eine Last zur Sicherung nicht notwendig, ist der Schichtaufbau des Gründachs dennoch bei großen Gebäudehöhen „verwehsicher“ einzubauen.
Brandschutzvorschriften

Die länderspezifischen Brandschutzvorschriften sind zu beachten, vor allem bei großen Flächen und angrenzenden Gebäuden mit Öffnungen. Vor Fensteröffnungen und Dachdurchdringungen sind in der Regeln Kies- oder Plattenstreifen vorzusehen.
Entwässerung

Die Dachentwässerung erfolgt ebenso wie bei unbegrünten Dächern über innen- oder außenliegende Abläufe. Etwa 300 m² begrünte Dachfläche können unter Normalbedingungen an einen Ablauf mit einer Öffnungsweite von DN 100 angeschlossen werden. Auch Hochdruckentwässerungssysteme können bei Beachtungen bestimmter Voraussetzungen bei Gründächern verwendet werden. Der Ablauf muss bei Dachbegrünungen frei zugänglich durch einen Kontrollschacht ausgebildet werden. Um bei Starkregenereignissen stehendes Wasser vor den Abläufen zu verhindern, sind Wasserleitprofile (linienförmige Entwässerung zum Kontrollschacht) vorzusehen.
Schichtaufbau je nach Pflanzenziel bzw. Nutzungsform

Bevor man den Schichtaufbau und damit auch die entsprechenden Anschlusshöhen der Dachabdichtung und zusätzlichen Lasten festlegt, sollte die Nutzungsform und das Begrünungsziel feststehen. Besonders genutzte intensive Dachbegrünungen erfordern eine genaue Planung, insbesondere bei der Anlage von Teichen und Rasenflächen auf dem Dach.
Bewässerung

Auch die extensive Dachbegrünung benötigt in der Anwuchsphase Wasser. Aus diesem Grund sind Wasseranschlüsse auf oder in der Nähe des Daches einzuplanen. Für intensiv begrünte Dächer bietet sich ein Wasseranstau in der Dränageschicht, idealerweise mit automatischer Bewässerung, an. Damit wird der Bewässerungsaufwand stark reduziert und optimiert, da zuerst das natürliche Regenwasser genutzt wird.
Absturzsicherung

Maßnahmen zur Absturzsicherung sollten von vorne herein als fester Bestandteil des Gebäudes eingeplant werden. Empfehlenswert sind Geländerkonstruktionen oder Anseilvorrichtungen. Hier eignen sich Anschlageinrichtungen für persönliche Schutzausrüstungen ohne Dachdurchdringung. D.h. der Anschlagpunkt wird durch das Eigengewicht der Dachbegrünung fixiert. Sowohl beim Einbau als auch zur Pflege werden die Sicherungseinrichtungen benötigt.
Zugang zum Dach

Ähnlich wichtig wie der vorgenannte Punkt, ist Sicherstellung eines problemlosen Zugangs der Dachbegrünung zu jeder Nutzungsphase.

Dienstag, 16. November 2010

Einteilung und Eigenschaften von Dämmstoffen

Einteilung und Eigenschaften von Dämmstoffen


1. Einteilung

1.1 Einteilung

Dämmstoffe können in verschiedene Gruppen, z.B. nach Lieferform (Matte, Schüttung usw.), nach chemischen Aufbau (organisch, anorganisch), nach Herkunft (natürlich, synthetisch) oder Verwenungszweck (Wärmedämmung, Trittschalldämmung), eingeteilt werden.

Materialgruppe Matten/Filze Platten Schüttungen
Mineralische Dämmstoffe - Perlite
Schaumglas
Kalzium-Silikat
Mineralschaum
Perlite
Glimmerschiefer
Blähglas-Granulat
Mineralisch-Synthetische
Dämmstoffe
Mineralfasern Mineralfasern Mineralfaserflocken
Synthetische
Dämmstoffe
Polyester Polystyrol (EPS/XPS)
Polyurethan-
Hartschaum (PUR)
-
Pflanzliche Dämmstoffe Flachs
Hanf
Kokosfasern
Baumwolle
Holzfasern
Kork
Schilf
Zellulose
Zellulose
Kork
Baumwolle
Holzspäne
Holzfasern
Tierische Dämmstoffe Schafwolle - Schafwolle


1.2 Bezeichnung und Normung

Dämmstoffe werden entweder nach Normen oder aber nach bauaufsichtlichen Zulassungen produziert.
Zur Zeit werden die nationalen Stoffnormen im Zuge der europäischen Vereinheitlichung aktualisiert bzw. ersetzt.
Die entsprechenden Stoffnormen legen genau fest, welche Angaben in den Bezeichnungen von Dämmstoffen enthalten sein müssen. So wurde zum Beispiel ein Wärmedämmstoff aus Polyurethan-Hartschaum bisher folgendermaßen bezeichnet:
Wärmedämmstoff DIN 18 164 - PUR - P - WD - 025 - B2 - 100.
P bedeutet hierbei die Lieferform Platte, WD den Anwendungstyp, 025 die Wärmeleitfähigkeitsgruppe, B2 die Baustoffklasse und 100 die Dämmstoffdicke in mm.
Trittschalldämmstoffe wurden bisher folgendermaßen bezeichnet:
Trittschall-Dämmplatte DIN 18 165-2 - MW - P - T - 3,5 - 10 - 035 - A2 - 25-5.
MW bedeutet Mineralwolle, 3,5 ist die max. Verkehrslast in kN, 10 ist die Steifigkeitsgruppe und 25-5 bedeutet die Dämmdicke 25 mm und eine Zusammendrückbarkeit von 5 mm.
Nach der neuen europäischen Normung werden die Dämmstoffe aus Material, Wärmeleitfähigkeit
und Anwendungstyp wie folgt definiert: EPS 035 DAA dm
Bei dieser Flachdachdämmplatte steht EPS für Expandierten Polystyrol-Hartschaum, 035 für die Wärmeleitgruppe, DAA für das Anwendungsgebiet Außendachdämmung unter Abdichtung und dm für die mittlere Druckbelastbarkeit des Dämmstoffes.

1.3 Anwendungsgebiete

Um die Dämmstoffe entsprechend dem Einsatzgebiet, Wärmedämmung bzw. Trittschalldämmung, besser zuordnen zu können, unterschied man bisher Anwendungstypen.
Im Zuge der Vereinheitlichung der nationalen Normen auf einen einheitlichen europäischen Normenkatalog, wurden auch die Anforderungen an die Wärmedämmstoffe neu definiert.
Die neue Normung erlaubt eine bessere Zuordnung der Dämmstoffe zu den jeweiligen Einsatzgebiten und gibt gleichzeitig Eigenschaften an.
Anwendungsgebiete nach der neuen DIN 4108-10:

Anwendungs-
gebiet
Kurz-
zeichen
Anwendungsbeispiel
Dach, Decke DAD Außendämmung von Dach oder Decke, witterungsgeschützt, unter Deckung
DAA Außendämmung von Dach oder Decke, witterungsgeschützt, unter Abdichtung
DUK Außendämmung eines Umkehrdaches, der Bewitterung ausgesetzt
DZ Zwischensparrendämmung
DI unterseitige Innendämmung der Decke oder des Daches, abgehängte Decke
DEO Innendämmung unter Estroch ohne Schallschutzanforderungen
DES Innendämmung unter Estrich mit Schallschutzanforderungen
Wand WAB Außendämmung der Wand hinter Bekleidung
WAA Außendämmung der Wand hinter Abdichtung
WAP Außendämmung der Wand unter Putz
WZ Dämmung von zweischaligen Wänden
WH Dämmung von Holzrahmen- und Holztafelbauweise
WI Innendämmung der Wand
WTH Dämmung zwischen Haustrennwänden
WTR Dämmung von Raumtrennwänden
Perimeter PW Außenliegende Wärmedämmung (Perimeterdämmung) von Wänden gegen Erdreich (außerhalb Abdichtung)
PB Außenliegende Wärmedämmung unter Bodenplatten gegen Erdreich (außerhalb Abdichtung)


Produkt-
eigenschaft
Kurz-
zeichen
Beschreibung Beispiel
Druckbelast-
barkeit
dk keine Druckbelastbarkeit Zwischensparrendämmung
dg geringe Druckbelastbarkeit unter Estrich im Wohnbereich
dm mittlere Druckbelastbarkeit nicht genutzte Dachflächen
dh hohe Druckbelastbarkeit genutzte Dachflächen
ds sehr hohe Druckbelastbarkeit Parkdeck, Industrieböden
dx extrem hohe Druckbelastbarkeit Parkdeck, Industrieböden
Wasser-
aufnahme
wk keine Anforderungen Innendämmung
wf Wasseraufnahme durch flüssiges Wasser Außendämmung Wand
wd Wasseraufnahme durch flüssiges Wasser und/oder Diffusion Perimeterdämmung, Umkehrdach
Zugfestigkeit zk keine Anforderungen Hohlraumdämmung
zg geringe Zugfestigkeit Außendämmung Wand hinter Bekleidung
zh hohe Zugefestigkeit Außendämmung Wand unter Putz
Schall-
technische
Eigenschaften
sk hohe Zusammendrückbarkeit, Trittschalldämmung wenn keine schalltechn. Anforderungen
sh hohe Zusammendrückbarkeit, Trittschalldämmung unter schwimmenden Estrich, Haustrennwand
sm mittlere Zusammendrückbarkeit, Trittschalldämmung unter schwimmenden Estrich, Haustrennwand
sg geringe Zusammendrückbarkeit, Trittschalldämmung unter schwimmenden Estrich, Haustrennwand
Verformung tk keine Anforderungen Innendämmung
tf Dimensionsstabilität unter Feuchte und Temperatur Außendämmung der Wand unter Putz
tl Dimensionsstabilität unter Last und Temperatur Dach mit Abdichtung

Die bisher geläufigen alten Bezeichnungen der Anwendungstypen haben größtenteils schon
ihre Gültigkeit verloren:
Typkurz-
zeichen
Verwendung des Wärmedämmstoffes
W nicht druckbelastbar (z.B. für Wände und Decken)
WL nicht druckbelastbar (z.B. für Zwischenparrendämmungen und Balken)
WD druckbelastbar (z.B. under druckverteilenden Böden und als Aufsparrendämmung)
WS erhöhte Belastbarkeit für Sondereinsatzgebiete
WDS erhöhte Belastbarkeit für Sondereinsatzgebiete
WDH erhöhte Belastbarkeit unter druckverteilenden Böden
WV beanspruchbar auf Zugfestigkeit senkrecht zur Plattenebene
(z.B. bei Fassaden mit Putzsystem) bzw.
beanspruchbar auf Abreiß- und Scherbeanspruchung
WB beanspruchbar auf Biegung
Typkurz-
zeichen
Verwendung des Trittschalldämmstoffes
T Trittschalldämmstoffe (z.B. unter schwimmenden Estrichen)
TK Trittschalldämmstoffe mit geringerer Zusammendrückbarkeit bzw.
Trittschalldämmstoffe mit Anforderungen an den Luft- und Trittschallschutz nach DIN 4109

1.4 Übereinstimmungszeichen

Das Übereinstimmungszeichen (Ü-Zeichen als sogenanntes TÜV-Zeichen) gibt an, ob der Dämmstoff den betreffenden technischen Regeln entspricht und einer laufenden Kontrolle und Überwachung unterliegt.

2. Wärmeschutz

2.1 Wärmeleitfähigkeit λ

Die spezifische Wärmeleitfähigkeit ist die wichtigste Eigenschaft von Wärmedämmstoffen.
Sie gibt an, welche Wärmemenge in einer Stunde bei einem Temperaturunterschied von ΔT = 1 K durch 1 m² einer 1 m dicken Schicht eines Stoffes strömt.
Die Wärmeleitfähigkeit eines Dämmstoffen wird u.a. vom Porenvolumen, der Porengröße, dem Gefügeaufbau, der Rohdichte, der Temperatur, Feuchtigkeit und des Luftdruckes beeinflusst.

2.2 Rechnerische Wärmeleitfähigkeit λ(R)

Für die praktische Anwendung bei wärmeschutztechnischen Berechnungen wurde der Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit λ(R) eingeführt. Aufgrund der großen Anzahl von nur minimal unterschiedlichen Werten, wurden diese zu Gruppen zusammengefasst. Diese kennzeichnen den Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit, mit dem nach DIN 4108 gerechnet werden muss.
Der Wert λ(Z) ergibt sich aus dem Meßwert λ(10,tr) bei 10°C + einem Zuschlag Z nach DIN 52 612-2, DIN V 4108-4:1998-10 bzw. Bauregelliste A Teil 1.
Durch Rundung ergibt sich der Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit λ(R).

2.2 Wärmeleitfähigkeitsgruppe (WLG)

Die Einteilung der Dämmstoffe nach Wärmeleitfähigkeitsgruppen (WLG) erfolgt nach dem Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit und dient der Vereinfachung bei Berechnung und Anwendung.
Die Wärmeleitfähigkeitsgruppe ergibt sich direkt aus dem Bemessungswert λ(R):
λ(R) mit 0,040 W/(m·K) = WLG 040.


2.3 Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert)

Der U-Wert (früher k-Wert) bezeichnet die Wärmemenge, die in 1 Sekunde durch eine Bauteilfläche von 1 m² bei einem Temperaturunterschied von 1 Kelvin hindurchgeht. Zu berücksichtigen sind dabei Dicke, Material und Schichtaufbau des Materials. Je kleiner der Wärmedurchgangskoeffizient eines Bauteils, desto besser ist seine Wärmedämmung. Von der Höhe des U-Wertes hängt die erforderliche Dämmstoffdicke ab.

2.5 spezifische Wärmekapazität c

Die spezifische Wärmespeicherkapazität eine Baustoffes gibt an, wieviel Wärme ein Stoff je kg bei einer Temperaturänderung von 1 K aufnahmen kann.
Die DIN V 4108-4 enthält Rechenwerte für c.

2.6 Speicherfähigkeit ρ·c

Die Wärmespeicherfähigkeit eines Dämmstoffes ist ein wichtiger Faktor für den Sommerlichen Wärmeschutz. Dies spielt vor allem bei Leichtbaukonstruktionen eine große Rolle.
Das Produkt aus der Einbaudichte ρ [kg/m³] und der spezifischen Wärmekapazität c [Wh/(kgK)] des Dämmstoffes charakterisiert die gespeicherte Wärme.
Holzfaserdämmstoffe besitzen eine relativ hohe Wärmespeicherfähigkeit, während Mineral- und Polyesterfasern die geringsten Werte aufweisen.

2.7 Temperaturleitfähigkeit a

Die Temperaturleitfähigkeit ist der Quotient aus der Wärmeleitfähigkeit λ [W/(mK)] und die Speicherfähigkeit ρ·c [Wh/[m³·K]
a=λ/(ρ·c) [m²/h].
Dämmstoffe mit einer kleinen Temperaturleitfähigkeit eignen sich besonders gut für den sommerlichen Wärmeschutz.

2.8 Temperaturamplitudendämpfung (TAD)

Die Temperaturamplitudendämpfung ist ein Kennwert, der die Temperaturleitfähigkeit aller Baustoffschichten und deren Reihenfolge in der Konstruktion berücksichtigt.
Mit Hilfe der TAD kann eine Aussage für den sommerlichen Wärmeschutz getroffen werden. Wenn ein Bauteil vor sommerlicher Hitze schützen soll, so sollte der Wert mindestens 10 betragen.

2.9 Phasenverschiebung

Die Phasenverschiebung ist der Zeitraum zwischen dem Auftreten der höchsten Temperatur auf der Außenoberfläche eines Bauteils bis zum Erreichen der höchsten Temperatur auf der Innenseite. Sie ist Abhängig von der Wärmespeicherfähigkeit des Baustoffes.



3. Feuchtigkeitsverhalten

3.1 Feuchteschutz

Wärme- und Feuchteschutz stehen in einem engen Zusammenhang. Feuchte Dämmstoffe weisen eine schlechtere Wärmedämmung auf, da Wasser eine höhere Wärmeleitfähigkeit als die Luft im Dämmstoff besitzt.
In Gebäuden können Baustoffe infole Schlagregen, Dampfdiffusion oder Dampfkonvektion durchfeuchten. Tauwasser entsteht vor allem dann, wenn Wasserdampf nach außen diffudiert und dabei in den kälteren äußeren Bauteilschichten auf einen höheren Wasserdampfdiffusionswiderstand eines bauteils stößt. Dies kann zu Feuchteschäden, wie Schimmelpilzbefall, Korrosion und Frostschäden führen.

3.2 Wasserdampf-Diffusionswiderstandszahl μ

Die Wasserdampfdiffusionswiderstandszahl ist eine der wichtigsten Stoffgrößen für das Verhalten von Dämmstoffen. Sie charakterisiert den Widerstand, den ein Baustoff der Dampfdiffusion entgegensetzt.

3.3 Tauwasser

Tauwasser entsteht aufgrund der Wanderung von feuchter Luft aufgrund unterschiedlicher Temperaturen und Feuchtegehalte im Innenraum und der Außenluft. Für den Wasserdampftransport sind zwei Mechanismen von Bedeutung: · Wasserdampfdiffusion und · Wasserdampfkonvektion. Durch Wasserdampfkonvektion kann leicht das 10fache an Dampf gegenüber Wasserdampfdiffusion transportiert werden. Bei der Tauwasserbildung in Dachkonstruktionen sind unterschiedliche Vorgänge möglich. Es handelt sich um · Tauwasserausfall im Belüftungsraum infolge zu großer Wasserdampfbelastung und/oder zu geringem Belüftungsstrom (Primärtauwasser) · Tauwasserausfall an der Unterseite der Dachdeckung bei Wärmeabstrahlung der Dachoberfläche in kalten, klaren Nächten (Sekundärtauwasser) · Tauwasser an der raumzugewandten Innenfläche der Dachkonstruktion, vornehmlich an konstruktiven und geometrischen Wärmebrücken · Innerer Tauwasserausfall infolge gestörten Wasserdampftransportes durch die Schichtenfolge. Ein Sonderfall des Primärtauwassers ergibt sich, wenn feuchte Luft aus dem Innenraum durch Fugen und Spalten der wärmedämmenden Schichten in den Belüftungsraum gelangt und dort auskondensiert. Hierdurch kann ein Vielfaches an Wasserdampf in den Belüftungsraum gegenüber dem Transportmechanismus infolge Wasserdampfdiffusion gelangen. Deshalb ist es enorm wichtig, rauminnenseitig eine vollflächige luftdichte Schicht einzubauen.


4. Brandschutz

4.1 Baustoffklassen

Bei dem Einsatz von Dämmstoffen ist eine genaue Auswahl entsprechend den brandschutztechnischen Bestimmungen zwingend notwendig. Die Norm DIN 4102 regelt die Prüfung und Beurteilung von Dämmstoffen entsprechend dem Brandverhalten in Baustoffklassen:

A 1 nichtbrennbar
A 2 nichtbrennbar
B 1 schwerentflammbar
B 2 normalentflammbar
B 3 leichtentflammbar (im Bauwesen seit 1979 nicht mehr zulässig)

Das Brandverhalten wird nicht nur vom Dämmstoff selbst, sondern auch von evtl. Bindemitteln, Klebern, Flammschutzmitteln, Beschichtungen usw. positiv oder negativ beeinflußt.

4.2 Temperaturbeständigkeit

In der Praxis ist spielt auch die Temperaturbeständigkeit von Dämmstoffen eine wichtige Rolle. Die Grenze der Anwendungstemperatur wird durch unterschiedliche Merkmale gekennzeichnet, wie z.B. der Maßhaltigkeit, Formstabilität und thermischen Zersetzung.
Zur Zeit existiert jedoch noch kein gültiges Prüfverfahren zur Bestimmung der oberen Temperaturanwendungsgrenze.



5. Schallschutz

5.1 Schallschutz

Schallschutz soll Belästigungen und Gesundheitsschäden von Benutzern und Bewohnern baulicher Anlagen Lärm und Geräusche verhindern.
Maßnahmen zur Verminderung der Schallübertragung zwischen Räumen bezeichnet man als Schalldämmung. Unter Schallabsorption versteht man die Verminderung von Schallwellenfortpflanzung innerhalb eines Raumes.
Anforderungen an die Schalldämmung werden in DIN 4109 - Schallschutz im Hochbau festgelegt.
Für den Körperschallschutz wird eine elastische Schicht als Trennfläche verwendet. Gute Schalldämmung wird durch massive Bauweise bzw. Entkoppelung von Bauteilen, zum Beispiel durch Dämmstoffe, erreicht. Baustoffe mit guten schalltechnischen Eigenschaften sind z.B. Kokosfasern, Mineralwolle-Dämmstoff und Cellulose-Dämmstoff. Bei der Dämmstoffauswahl sind schalldämmende und wärmedämmende Eigenschaften immer gemeinsam zu betrachten und entsprechend zu bewerten.

5.2 dynamische Steifigkeit s'

Die dynaische Steifigkeit von Dämmstoffen beeinfußt die Trittschalldämmung und das dynaische Elastizitätsmodul. Je kleine s', um so größer ist das Trittschallverbeserungsmaß ΔL(w).

5.2 Trittschalldämmung und Steifigkeitsgruppe

Dämmstoffe zur Trittschalldämmung müssen einer Steifigkeitsgruppe zugeordnet und entsprechend gekennzeichnet werden.
Gruppe 30 bedeutet zum Beispiel s' ≤ 30 MN/m³.


6. Umwelteigenschaften

6.1 Ökologie

Eine Wärmedämmung verhindert Wärmeverluste von Gebäuden an die Umgebung. Sie ist eine der effektivsten und wichtigsten Maßnahmen, den Energieverbrauch zu verringern und damit den CO2-Ausstoß und die Energiekosten zu senken.
Die ökologischen Eigenschaften eines Dämmstoffes werden jedoch nicht nur aus seiner Dämmwirkung, sondern auch aus dem Energieaufwand bei der Herstellung, den verfügbaren Rohstoffen und evtl. Schadstoffemission bei der Herstellung bzw. gesundheitliche Auswirkungen auf den Menschen bestimmt.
Der Energieeinsatz bei der Herstellung von Wärmedämmstoffen muss sich innerhalb der Nutzungszeit amortisieren, d.h. dass bei der Produktion der Dämmstoffe nicht mehr Energie verbraucht werden darf, als später eingespart werden kann (Primärenergiebilanz). Die ist bei Dämmstoffen immer der Fall; die energetische Amortisation tritt meist nach kurzer Zeit ein.

6.2 Primärenergiebedarf

Der Primärenergiebedarf bzw. Primärenergieaufwand eines Dämmstoffes gibt an, wieviel Primärenergie zur Herstellung des Produktes aufgewandt werden muss. Die Berechnung des Primärenergiebedarfs für sythetische Hartschaumstoffe beginnt z.B. mit der Förderung des Erdöls, für Zellulosedämmstoffe mit der Sammlung des Altpapiers. Der Energiebedarf für den Einbau, Entsorgung oder Recycling ist im Primärenergiebedarf nicht enthalten.

6.3 Umweltzeichen

Umweltzeichen werden für Dämmstoffe und andere Produkte vergeben, die sich gegenüber anderen Produkten durch besonders positive ökologische Eigenschaften hervortun.
Die Einteilung erfolgt jedoch nach Unterschiedlichen Kriterien, so dass ein allgemeiner Vergleich nicht möglich ist.
Eines der bekanntesten Umweltzeichen ist der "Blaue Engel". Er wird für Dämmstoffe vergeben die zu einem überwiegendem Teil aus Altglas oder Altpapier gewonnen werden.
Das Österreichische Umweltzeichen wird nach Bestimmten Kriterien (Schadstoffgehalt usw.) auch für alternative Wärmedämmstoffe vergeben.